Hier sehen Sie, warum Karlsruhe keine zweite Rheinbrücke (für den Autoverkehr) braucht, sondern bessere Luft und eine Kurtaxe, denn hier gibt es für Rad fahrende und zu Fuß laufende Touristen unheimlich viel zu sehen, und vieles ist auch mit Tafeln beschriftet und erklärt.
An diesem kalten Karfreitag nutzen wir, daß es nicht regnet und fahren mit dem
Fahrrad durch den Oberwald nach Durlach und auf den Turmberg, um uns auf dem
Rückweg im Cafe Kehrle zu stärken.
Auch dem Rabenvogel wurde der Partner geklaut. Aber sie hat ja noch die Buchhandlung
Der Rabe gegenüber auf der anderen Straßenseite
und ist somit nicht ganz allein.
Nach der Völlerei bestand ich auf einem Spaziergang im Bergwald, meinem sozusagen
vorehelichen Revier für Radtouren.
Aufnahmeorte der Fotos
Den Weg im Bergwald, den wir gelaufen sind, kann man anhand der Aufnahmeort der Fotos
gut nachvollziehen. Wir begannen oben am Waldparkplatz und liefen im Gegenuhrzeigersinn.
Die genauen Aufnahmeorte der einzelnen Bilder kann man sich für jedes Bild einzeln
anzeigen lassen, da sie alle mit Geokoordinaten versehen sind.
Der mittlere zeitliche Abstand zweier auf einander folgender Fotos beträgt etwa
10 Sekunden, so daß entsprechend auch der räumliche Abstand der Bilder sehr gering
ist und die Spur der Nadeln auf der Karte eigentlich sehr viel dichter sein müßte,
aber die Anwendung faßt immmer mehrere Aufnahmeorte recht grob zusammen, so daß es
bei dieser Auflösung, mit der die Karte aufgenommen wurde, viel ungleichmäßiger
aussieht, als es in Wahrheit ist.
Der Brunnen ist mir aus früheren Jahren bekannt. Im Sommer kann man hier Wasser
pumpen und mit den dann bereit stehenden Eimern das Wasser aus dem Brunnenbecken in
die Experimente befördern.
Im Tal zwischen den Bäumen ist ein rotes Kunstwerk, die Skulptur "Pfad des Schweigens"
von OMI Riesterer, zu erahnen. Weitere Kunstwerke dieser Serie werden wir noch
in den folgenden Bildern aus der Nähe sehen, zumal ich gerade nur wenige Meter
neben einem solchen stehe, es aber nur noch nicht entdeckt habe, weil mein Blick
noch ins Tal gerichtet ist.
Aus meinen bisherigen Radtouren im Bergwald sind mir diese Kunstwerke noch nicht
bekannt, da diese Skulturen aus dem Jahr 2011 stammen und ich 2009 letztmals
hier oben war. Die Serie dieser Kunstwerke heißt
WaldZeit - ein Weg auf den Spuren der Schöpfung.
Sie entstand 2011 im Rahmen des Internationalen Jahres des Waldes.
Beobachtungen einer Karlsruher Eiche
1890 "geboren", wurde dieser Baum am 26.12.1999 durch den Orkan Lothar zu Fall
gebracht. Ihr Alter kann man durch Zählung der Jahresringe ermittelt werden.
Rechts geht es nach Aue hinunter oder kommt von dort herauf. Als ich noch in Aue
wohnte, kam ich praktisch jedes Wochenende diesen Weg herauf gefahren.
Wenn man den Weg von Aue herauf kommt und in den geteerten Weg entlang der Höhenlinie
Richtung Hohenwettersbach einbiegt, begrüßt einen dieser Waldgeist. Er ist auch schon
auf älteren Fotos dort jedoch ohne Schnee zu sehen.
Leider übertönen die Geräusche der Jacke das Zwitschern der Vögel. Im Bergwald
selbst fällt einem jedoch auf, wieviel leiser es hier oben im Vergleich zum Hardtwald
oder den Rheinauen ist. Dort unten ist alles viel lauter, so daß dort dann
Störgeräusche nicht ganz so störend auffallen wie hier oben.
Hier gingen wir wieder den Berg hoch zurück; wir hätten noch ein paar Hundert Meter
weiter den Weg entlang nach Hohenwettersbach hinab gehen können, um dann von dort
wieder den Berg hoch zu gehen, aber wir kerhrten hier schon um.
Das Liedlein vom Kirschbaum
Der lieb Gott het zuem Früehlig gseit: „Gang, deck im Würmli au si Tisch!“
Druf het der Chriesbaum Blätter treit, vil tuusig Blätter grün und frisch.
Und‘s Würmli usem Ei verwacht‘s, ‘s het gschlofen in sim Winterhuus. Es
streckt si, und sperrt‘s Müüli uf, und ribt die blöden Augen us.
Und druf se het‘s mit stillem Zahn am Blättli gnagt enanderno und gseit:
„Wie isch das Gmües so gut! Me chunnt schier nümme weg dervo.“
Und wieder het der lieb Gott gseit: „Deck jetz im Immli au si Tisch.“
Druf het der Chriesbaum Blüete treit, viel tuusig Blüete wiiß und frisch.
Und ‘s Immli sieht‘s und fliegt druf hi, früeih in der Sunne Morgeschin.
Es denkt: „Das wird mi Caffe si, si hen doch chosper Porzelin.
Wie sufer sin die Chächeli gschwenkt!“ Es streckt si troche Züngli dri.
Es trinkt und seit: „Wie schmeckts so süeß, do mueß der Zucker wohlfel si.“
Der lieb Gott het zuem Summer gseit: „Gang, deck im Spätzli au si Tisch!“
Druf het der Chriesbaum Früchte treit, viel tuusig Chriesi rot und frisch.
Und ‘s Spätzli seit: „Isch das der Bricht? Do sitzt me zu, und frogt nit
lang. Das git mer Chraft in Mark und Bei, und stärkt mer d‘Stimm zu neuem Gsang.“
Der lieb Gott het zum Spötlig gseit: „Ruum ab, sie hen jetz alli g‘ha!“
Druf het e chüele Bergluft gweiht, und ‘s het scho chlini Riife g‘ha.
Und d‘Blättli werde gel und rot und fallen eis em andre no, und was vom
Bode obsi chunnt, mueß au zum Bode nidsi go.
Der lieb Gott het zum Winter gseit: „Deck weidli zu, was übrig isch.“
Druf het der Winter Flocke gstreut - viil tuusig Flocke, wiiß und frisch.
Johann Peter Hebel 1760-1826
Neben einer Skulptur aus der Serie, zu der wir schon einige Exemplare gesehen haben,
befindet sich die Tafel zu einer weiteren Skultur namens "Ein Bett im Wald". Die
auf der Tafel angekündigte Skulptur selbst befindet sich etwa 10 Meter tiefer im
Wald drin.
Diese Tierskulpturen der Waldbewohner haben wahrscheinlich nichts mit den Skulturen
aus der Serie "WaldZeit- ein Weg auf den Spuren der Schöpfung"
zu tun, da ihenen das gemeinsame Element, die rote Schnecke von Barbara Jäger fehlt.