Hier sehen Sie, warum Karlsruhe keine zweite Rheinbrücke (für den Autoverkehr) braucht, sondern bessere Luft und eine Kurtaxe, denn hier gibt es für Rad fahrende und zu Fuß laufende Touristen unheimlich viel zu sehen, und vieles ist auch mit Tafeln beschriftet und erklärt.
Die letzte Radtour hier in Karlsruhe
war noch im September. Die nach dem
Italienurlab
noch folgenden Urlaubstage konnte ich nicht zum Fotografieren nutzen, da kein
schönes Wetter war. Jetzt nutze ich das schöne Herbstwetter, um ein wenig die
Herbstfarben einzufangen.
Auf dem Holzbierebuckel sit der Lärm der Südtangente sehr deutlich zu hören. Diesen
Lärm wollen wir nicht haben. Deshalb brauchen wir keine zweite Rheinbrücke.
Zu Beginn der Fahrradsaison gehört natürlich auch eine Inspektion. Somit fahre
ich ampelfrei an der Alb entlang in die Hardtstraße, um dort mein Fahrrad zur
Inspektion zu bringen.
Die Tour beginnt am Heide-Hof, führt dann die Flughafenstraße hindurch, den alten
Postweg entlang hinüber zur Nordweststadt, von dort dann hinüber nach Neureut Süd
und unter der B36 hindurch am Klärwerk vorbei entlang des Abwasserkanals bis zur
Alb. Zwischen den Raffinerien hindurch die Alb entlang geht es dann bis zur B10,
die sich wegen dort abgeladenen Baumstämmen nicht unterqueren läßt, so daß es dann
rechts herum Richtung Rhein und schließlich bei der Stora Enso unter der B10 hindurch
hinüber in die Burgau geht. Nach deren Durchquerung geht es etwa ab dem Straßenbahndepot
wieder der Alb entlang zurück.
Nachdem meine Frau am Telefon mitteilte, daß sie nicht wie vorgesehen zum Mittagessen
von der Wanderung zurück ist, weil man unter anderem die Straßenbahn verpaßt hatte
und nun bis etwa vier Uhr auf die nächste Bahn warten müsse, machte ich mich auf,
mal wieder eine kleine Bergtour zu unternehmen. Durch den Oberwald wollte ich nach
Durlach-Aue fahren, dort dann den Berg hoch, über Hohenwettersbach, Grünwettersbach
zum Wattkopf, von dort dann die Abfahrt hinab zur kaisereiche in Ettlingen und über
Hedwigsquelle und den Oberwald wieder zurück.
Daß ich nicht durch die Günther-Klotz-Anlage
zum Oberwald fahren kann, sondern über den Bahnhof fahren muß, weil die Radwege in
der Günther-Klotz-Anlage überflutet sind, weiß ich ja schon von heute morgen. Ich fahre also
über die Jollystraße und Bahnhofstraße zum Haupbahnhof, dort dann die Schwarzwaldstraße bis
zum Parkplatz auf der Südseite. Es ist so viel Verkehr, daß man kaum auf die andere Straßenseite
kommt. Auf der Südseite der Schwarzwaldstraße angekommen beginnt dann das Video.
Die erste Überraschung erlebe ich im Oberwald, als der Waldweg, den ich normalerweise
in den Oberwald hineinfahre, heute gesperrt ist. Es ist kein Grund angegeben,
ich spekuliere irrtümlich auf Waldarbeiten. (Erst später lese ich in der Zeitung,
daß man den Oberwald als großes Hochwasserrückhaltebecken absichtlich geflutet hat.)
Ich fahre also dort weiter, wo nicht gesperrt ist, nicht ahnend, was mich noch
erwarten wird.
Ich mache ein paar Fotos und versuche dann den Weg Richtung Durlach-Aue einzuschlagen.
Zwar bin ich bis hierher schon durch Wasser gefahren und habe mir an einigen tieferen
Stellen schon nasse Füße geholt, aber auf diesem Stück ist ja kein Graben, so daß es
nicht passieren kann, daß man in der trüben Brühe versehntlich in den tifen Graben
fährt und absäuft.
Ich fahre also wieder los, über die Brücke und den schmalen Weg rein. Schnell sind
die Füße auf den Pedalen komplett unter Wasser. Der Oberwald ist leicht hügelig.
Keine Ahnung, wie hoch die Höhenunterschiede sind. Aber selbst wenn es nur ein Meter
ist. Man sieht nichts in der Brühe. Wenn da unter Wasser ein Baumstamm quer liegt,
dann liege ich drin.
Stop! Fahrrad umdrehen, anderen Weg suchen! Ich stehe knietief in der kaffeebraunen
Brühe.
Nachdem ich die Fluten des Oberwalds hinter mir gelassen habe, fahre ich in Durlach-Aue
beim Hochwasser-Rückhaltebecken den Berg hoch am Rappenhof vorbei, wo man eine sehr
schöne Aussicht auf Durlach-Aue hat. Oben beim Wildgehege wurde offenbar der Untergrund
des Weges neu gemacht, nur die Asphaltdecke fehlt noch. Ab dem Forsthaus ist die neue Asphaltdecke
schon aufgetragen.
Ich fahre die neu geteerte Strecke hinab nach Hohenwettersbach, dort fahre ich dann im Ort wieder
hoch, unter der Autobahn hindurch und hinab nach Grünwettersbach, um dort schließlich
an der Kirche vorbei wieder den Berg hinauf zufahren in den Bergwald.
An der Rust-Hütte vorbei fahre ich weiter zum Wattkopf. Mir wird warm. Ich mache dort
am Fernsehturm, der nur wenige Meter vom Gipfel entfernt ist, erneut eine kurze Rast.
Die Kamera piepst und schaltet sich ab. Es scheint nicht mehr viel Ladung in den
Akkus zu sein. Ich will auf Serienbilder umschalten in der Annahme, daß das weniger
Leistung verbrauche, aber es scheint wohl immer nur dann ein Bild zu machen, wenn
ich auf den Knpof drücke. Diesen Kampf mit der Technik, habe ich verloren.
Mir fällt ein, daß ich ja das komplette Kamera-Equipment in der Tasche dabei habe
und somit auch genügend Akkukapazität zum wechseln. Ich wechsle den Akku in der Kamera
und den Zusatzakku.
Auf der Abfahrt finden sich immer wieder nasse Stellen, wo Vorsicht geboten ist, weil
man ja nicht sehen kann, ob sie rutschig sind, oder griffig. In der geteerten Abfahrt
Richtung Ettlingen hinab zur Kaisereiche stoße ich direkt nach einer uneinsehbaren
Kurve auf einen Hangrutsch. Ich war da schön langsam, weil ich möglichen Gegenverkehr
erwartet habe, daß mir aufgrund des Hangrutsches kein Gegenverkehr entgegen kommen kann,
konnte ich ja nicht wissen. Ich komme gut durch den Schlamm hindurch.
Bei der Kaisereiche ist mir in früheren Jahren schön öfter Winfried Schäfer begegnet,
wenn er mit seinem Hund spazieren geht. Heute sehe ich ihn nicht. Ich düse weit den
Saumweg entlang in Richtung Hedwigsquelle. Immer wieder fließt Wasser über den Weg
und ich einfach durch. Ich bin ja schon naß. Was soll's.
Beim Hedwigshof fließt der Bach auf der Straße, statt im Bachbett. Der Asphalt ist in
viele kleine Stücke zerbrochen; der Weg könnte unterspült sein. Ich fahre da vorsichtig
runter, denn hoch geht nicht, denn dort, wo es hoch ginge, kommt ja das Wasser her.
Unten fahre ich dann wieder in den Oberwald. Auch da ist immer wieder Wasser auf der
Straße; beim Sportplatz ist das Wasser so tief, daß es bei meiner forschen Durchfahrt
so heftig spritzt, daß es sogar im Video zu sehen ist.
Ich fahre ein Stück weit dem Weg im Oberwald, der mir auf der Herfahrt nicht geheuer war,
doch als mir das Wasser bis zur Unterkante der Fahrradtasche steigt, kehre ich um,
denn die Fahrradtaschen sind für Regen ausgelegt aber nicht für Hochwasser, und die
Sachen, die darin sind, sollen ja nicht naß werden.
Ich halte an. Zwei Radfahrer ohne Gepäck kommen mir kraftvoll entgegen teilweise bis zum Sattel
in der Brühe. Ich wende und fahre am Rüpelsee zwischen Rüppurr und Oberwald, wo sonst
immer Acker ist, vorbei nach Rüppurr hinein und durch Rüppurr hindurch zur Alb.
Die üblichen Radwege entlang der Alb sind hier teilweise überflutet, teilweise ist
das Wasser schon wieder gesunken, so daß man fahren kann. Da es ja auch hier rauf
und runter geht, ist nicht einsehbar, wie tief das Wasser an den tiefsten Stelle ist,
so daß meist nur die Alternative Straße übrig bleibt.
Ich fahre über die Weiherfeldbrücke und biege dann beim Stephanienbad links zur
Alb hin ab. Der Weg war heute morgen noch vollständig überflutet und auch auf
der Wiese stand das Wasser. Jetzt ist das Wasser von der Wiese verschwunden und
nur noch die Hälfte der Fahrbahn mit Wasser aus der Alb bedeckt. Dwas Wasser
geht also schnell zurück.
Beim Bulacher Loch jedoch ist nach wie vor kein Durchkommen, sondern man muß durch
Beiertheim weiter in die Weststadt, da der Weg weiter Richtung Günther-Klotz-Anlage
noch immer unpassierbar ist.
Unterhalb der Brauerstraße steht das Wasser so hoch, daß es schon fast in die
Südtangente überläuft. Ein halber Meter mehr, und die Südtangente würde hier absaufen.
Die Schwäne, die wir sonst immer im innerstädtischn Bereich der Alb bei der Günther-Klotz-Anlage
sowie der Albsiedlung gesehen haben, sind nun weiter Alb abwärts gezogen. Wahrscheinlich
werden sie dort weniger von hirnlosen Hundehaltern gestört.
Kurz vor Erreichen der B10 Schnellstraße mündet von links kommend der Federbach,
der Ausfluß aus dem Knielinger See, in die Alb. Normalerweise ist hier alles
mit Brennesseln und krautigen Stauden überwuchert, so daß man gar nicht bis hier hin
auf die Buhne gelangt, aber jetzt ist hier alles gerodet, so daß man überhaupt
erst wahrnimmt, daß hier ein Gewässer in die Alb mündet.
Weiter Alb abwärts im Bereich der Raffinerien sind immer wieder Schwäne auf der
Alb zu sehen. Es ist also nicht so, daß keine Schwäne mehr da seien, sondern
sie haben sich einfach Fluß abwärts zurückgezogen.
Durch das Wehr fließt Rheinwasser in das Flußbett der Alb. Die Alb mündet zum
überwiegenden Teil stromaufwärts beim Ölhafen in den Rhein, nur ein jämmerliches
Rinnsal fließt weiter im eigentlichen Flußbett. Das meiste Wasser kommt hier
aus dem Rhein.
Das Wehr in der Alb verhindert, daß das Wasser der Alb in ihrem Flußbett weiter
Richtung Leopoldshafen fließt. Statt dessen fließt es durch ein Wehr beim Ölhafen
von Karlsruhe direkt in den Rhein.
Die Farben der Panasonic HC-X929 sind sehr grünstichig. Um ein halbwegs realistisches
Gelb hinzubekommen, ist einiges an Nachbearbeitung erforderlich. Dabei ist allerdings
der Stiel der Blume etwas blau geraten.
Die Straßenbahnhaltestelle "Bannwaldallee" auf der Brücke von der Europahalle
über Alb, Südtangente und Bahngleise ist ebenfalls mit einem Graffiti von einem
Außerirdischen gestaltet. Als Alien kann er natürlich auch kein richtiges
Englisch.